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Heidelbeereis mit Lavendel und die ersten Krankenhausbesuche

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Hallo ihr Lieben,

das Wetter der letzten Tage war zwar nicht so rosig, die Aussichten sind es aber allemal. Am Wochenende soll das Thermometer auf echte Sommertemperaturen steigen und langsam wird es Zeit dass ich mir ein Kinderplanschbecken besorge, um meinen grazilen Körper in Wasser einzulegen und auf die Geburt zu warten. Ja, denn langsam rückt die Geburt immer näher und da ich in den letzten 2 Monaten irgendwie den Nestbau vernachlässigt habe, fallen mir immer mehr Dinge ein, die noch erledigt, gekauft und entschieden werden müssen. Bis zum offiziellen Geburtstermin sind es heute noch genau 9 Wochen. Meinem Bauchgefühl nach wird die kleine aber noch ein Julikind. Ab jetzt wird es auch Zeit sich im Krankenhaus seiner Wahl zur Geburt anzumelden. Und da kommen wir auch schon zu dem Thema, das mich gerade irgendwie irre macht. Für diejenigen die aus eher kleinstädtischen Regionen kommen und deren Wahl zwischen Hausgeburt und einem Krankenhaus in den nächsten 30km liegt, sollte die Entscheidung wahrscheinlich einfacher gewesen sein. Wir Berliner haben hier aber die Qual der Wahl. Das nennt man dann wohl Meckern auf hohem Niveau, wenn ich euch sage, dass mich die Krankenhaussuche mittlerweile total nervt. Zu Beginn der Schwangerschaft stand die Entscheidung für ein Krankenhaus fest. Das Helios Klinikum Buch sollte es werden. Relativ trocken und pragmatisch wollte ich zum damaligen Zeitpunkt die Entscheidung und damit die Gedanken an die Geburt schnell hinter mich bringen. Ich hatte positives Feedback von entferntem Hören- Sagen, ich hörte es sei ein gutes Krankenhaus mit sehr guter neonanaler Versorgung, die Eirichtung sei modern und die Entfernung von mir zuhause ist durchaus erträglich. Soweit so gut. Doch je weiter die Schwangerschaft voranschreitet, desto mehr Kontakt hat man irgendwie zu anderen Müttern und Schwangeren, die ihre positiven und negativen Erfahrungen preisgeben. Sie sagen einem worauf man zu achten hat und geben einem immer mehr Anhaltspunkte seine Entscheidung nochmal zu überdenken und einer der Informationsabende der Krankenhäuser wahrzunehmen. So tat ich das also auch.
Auf Anraten meiner Hebamme besuchte ich den Informationsabend des Maria Heimsuchung Krankenhaus in Pankow. Einen Katzensprung von mir entfernt hat diese relativ kleine Klinik einen riesigen Vorteil. Ich selbst, die nicht so gute Erfahrungen mit dem Krankenhaus gemacht hatte, ließ mich aber überzeugen der Geburtsstation aufgrund ihres guten Rufes eine Chance zu geben. Ich quetschte mich also mit 50! anderen werdenden Eltern in einen kleinen Saal und hörte gespannt zu was mir die erfahrene und etwas gesetzte Hebamme mit unglaublich ruhiger Stimme zu erzählen versuchte. Die anderen Paare schienen nicht sehr überrascht über die vielen Informationen, die die erfahrene Hebamme über ihre Mikrofon preisgab. Ich hingegen war vollkommen überfordert und bat Daniel die gröbsten Informationen niederzuschreiben. Ich wurde mit Gebärmethoden und Schmerzlinderungsmittel konfrontiert, mit unglaublich vielen Zahlen die für alle Beteiligten anscheinend eine große Rolle spielten und mit Fakten zur Geburt & Nachsorge, mit denen ich mich noch nicht im geringsten auseinandersetzen wollte. Nach einem ersten Informationsschock ging es dann tatsächlich in die Kreißsäle, denn zu unserem Glück war die Station gerade sehr ruhig und wir konnten schon mal sehen was uns erwartet.
4 lila bemalte Kreissäle mit individuellen Gebährstühlen, Badewannen, Gerätschaften und Zubehör in einem kleinen, irgendwie sehr intimem Bereich des Krankenhaus. Ich war sehr überrascht wie privat und angenehm die Atmosphäre in dem Krankenhaus war, wo mir einst der Tropf mit einer anderen Patientin vertauscht worden war. Nach den vielen Informationen wurde mir hier nun etwas die Angst genommen und ich hatte ein wirklich positives Gefühl. Leider vermittelte mir die Wochenstation nicht das selbe wohlige Gefühl und ich konnte mich beim Anblick der 2-4 Bettzimmer wieder gut an meinen letzten Aufenthalt im Krankenhaus erinnern. Alles erinnerte mich irgendwie an einen Ausflug in die DDR Vergangenheit. Mein erster Informationsabend endete also mit gemischten Gefühlen und vielen offenen Fragen.
Einige Wochen sollten ins Land gehen, als ich mich zum 2. Krankenhaus begeben habe, das in meiner engeren Auswahl lag. Ich war nun auch mit Fragen an die Hebammen gewappmet und hatte eine konkrete Vorstellung davon, was mir wichtig war und was nicht. Das Humboldt Krankenhaus war so wie auch das Maria Heimsuchung mit dem Zertifikat der UNICEF ausgestattet und legt viel Wert auf Bonding und eine enge Stillbeziehung zur Mutter von der ersten Minute an. Ich hatte ein gute sehr gutes Gefühl, denn das Krankenhaus war bei weitem modernen und heller als das in Pankow und irgendwie schien alles darauf hinzulaufen, dass ich an diesem Tag mein Krankenhaus finde. Natürlich kam es wie immer anders und am Ende des Tages wollte ich weder das eine noch das andere Krankenhaus. Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie viele Unterschiede zwischen den Geburtskliniken bestehen und welche irrsinnigen Für und Wider auf meiner Pro und Contra Liste Platz finden. Heute Abend betrete ich das dritte (und damit vorletzte) Krankenhaus meiner engeren Auswahl und dieses mal bin ich mit einer langen Pro und Contra Liste ausgestattet. Da man eigentlich nur wenige rationale Pros und Contras aufschreiben kann, besteht meine Liste aus argwitzigen Argumenten wie „die Anwendung von Lachgas als Schmerzmittel“ auf der Pro Seite im Maria Heimsuchung Krankenhaus und das besonders schlechte Essen auf der anderen. Natürlich gibt es auch viele sachliche Argumente die in meine Entscheidung mit einfließen, wie zum Beispiel die neonanale Betreuung und die medizinische Ausstattung, die Möglichkeit der Nabelschnurblutspende und, und, und aber wer weiß am Ende schon wie die Geburt ablaufen wird?
In meiner Traumvorstellung komme ich ins Krankenhaus, bekomme innerhalb von 3 Stunden mein Kind ohne PDA und verlasse nach 4 Stunden das Krankenhaus mit meiner hübschen Kleinen im Arm. Aber wie wir wissen, kann es und wird es eher ganz anders ablaufen. Ob nun eine 14 Stunden Geburt mit Dammriss, PDA oder irgendwelchen Komplikationen bei der ersten Untersuchung meiner kleinen Prinzessin oder eben Schwierigkeiten beim ersten Anlegen. Je mehr Gedanken man sich darüber macht, desto schwieriger wird die Entscheidung und desto mehr Angst macht es mir am Ende die Falsche zu treffen. Am Ende des Tages bekomme ich ja schließlich das selbe Ergebnis und unsere Mütter und Großmütter schütteln wahrscheinlich den Kopf, wenn sie sehen worüber wir uns heute für die Geburt alles Gedanken machen. Aber es sind nun mal andere Zeiten und irgendwie ist es doch auch schön, dass heute so viele Möglichkeiten bestehen um die Geburt und die erste Zeit mit dem neuen Ankömmling so leicht und schön wie möglich zu machen…
Aber wie wahnsinnig überzogen ist es es denn, dass man im Westend Klinikum schon mit der Schwangerschaftsbestätigung eine Voranmeldung für seine Geburt machen muss, wenn man dort entbinden möchte? Solche Zustände die ich bisher eigentlich nur von Berliner Kindergärten gehört habe, herrschen übrigens auch bei vielen Kinderärzten, aber für heute sollte das wohl genug der Aufregung sein.. Ich bin gespannt wie der Informationsabend heute für mich ablaufen wird. Und ob ich endlich eine Entscheidung treffen kann…

Die Idee für mein Lavendeleis bekam ich im übrigen auf meiner Reise nach Istanbul, da ich mir dort ein riesiges Paket an getrocknetem Lavendel besorgt habe. Ich finde, dass man mit Lavendel jegliche Süßspeisen und auch Salate verfeinern kann und habe mich daher total gefreut meine Vorrat wieder aufgefüllt zu haben. Die süsse Säure der Heidelbeeren passt perfekt zum lieblich aromatischen Lavendel und wenn sie in nur 3 Wochen richtig Saison haben, heißt es zugreifen! Ich kann es gar nicht oft genug sagen, aber auch die Heidelbeeren stecken voller Anthocyane die freie Radikale unschädlich machen und den Alterungsprozess der Haut verlangsamen. Gepaart mit viel Vitamin C & E und dem sehr niedrigen Zuckergehalt von Heidelbeeren sind das die besten Argumente um diesen Sommer reichlich von der blauen Frucht zu naschen. Da ich das Eis mit Birkenzucker zubereitet habe, halte ich den gesamten Zuckergehalt des Eis ziemlich gering und man kann sich eine Kugel Heidelbeereis auch ohne Reue um die Figur ab und zu mal leisten. Wer Milchprodukte nicht so gut verträgt, kann das Heidelbeereis mit Lavendel auch mit Kokosmilch zubereiten. Passt auch super!

Nun viel Spaß beim Ausprobieren und Sommer Genießen, eure Lisa

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Zutaten

  • 300-400g Heidelbeeren (je nachdem wie intensiv ihr den Heidelbeer Geschmack möchtet)
  • 1-2 El Limettensaft (optional)
  • 400ml Sahne
  • 6 Eier
  • 200ml Milch
  • 1 Msp Vanille
  • 1-2 TL getrockneten Lavendel
  • etwa 100g Birkenzucker

Zubereitung

  1. Sahne, Milch, Lavendelblüten und Vanille in einen hohen Milchtopf geben und kurz erwärmen.
  2. Den Topf vom Herd nehmen und das Milch-Sahne Gemisch abgedeckt 30 Minuten ziehen lassen.
  3. In der Zwischenzeit das Spülbecken oder eine Große Schüssel mit reichlich kaltem Wasser und Eiswürfeln befüllen.
  4.  Nun das Eigelb und den Zucker mit einem Rührgerät zu einer dicken und blassen Masse aufschlagen.
  5. Wenn die 30 Minuten rum sind, den Topf nochmal kurz auf den Herd stellen und kurz erhitzen. (nicht kochen!). Die Milch durch einen Sieb in eine Schüssel gießen um den größten Teil der Lavendelblüten aufzufangen. Anschließend die warme Milch langsam bei eingeschaltetem Rührgerät in die Eimasse gießen.
  6. Nun die gesamte Masse zurück in einen Topf geben und bei niedriger Hitze andicken lassen ( ca. 2 Minuten)
  7. Den Topf in das Eisbecken stellen und die Masse darin vollständig abkühlen lassen. (passt auf, dass er nicht umkippt, das ist mir beim ersten mal passiert)
  8. In der Zwischenzeit könnt ihr die Heidelbeeren (optional mit etwas Limettensaft) pürieren und in den Kühlschrank stellen. Wenn ein paar Heidelbeeren nicht vollständig zerkleinert sind, ist das nicht schlimm.
  9. Wenn die Eier-Sahne Mischung abgekühlt ist, gebt ihr die Heidelbeeren und etwa ¾ der Masse in eine Schüssel und vermengt beides vorsichtig mit einander. Abschmecken. Wenn es euch noch zu viel Heidelbeere ist könnt ihr die restliche Ei Sahne Mischung hinzugeben. Ansonsten den Anweisungen eurer Eismaschine folgen und die Eislöffel parat halten.
  10. Das Eis ist luftdicht verschlossen im Gefrierfach etwa 1-2 Wochen haltbar. (es wird nicht schlecht verliert aber ohne Stabilisatoren seine Cremigkeit)

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Gründerin und Autorin von Healthy Soulfood, lebt mit ihrem Kater Leo und ihrem Freund in einer kleinen Wohnung in Berlin. Seit 2013 kocht, backt, fotografiert und philosophiert Lisa über Essen das Körper und Seele gut tut und alles was Sie rundum Fitness und Lifestyle noch so bewegt.

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