Alle, Vital Leben
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Wie man sich auf die wichtigen Dinge fokussiert oder // Was ist mir eigentlich wichtig?

Viele-Klettern-so Hallo Ihr Lieben,

heute folgt ein Beitrag, der so und in ähnlicher Weise überhaupt nicht geplant war. Ich habe aber das dringende Bedürfnis mich heute mitzuteilen. Ich bin vor einigen Tagen durch Facebook auf einen Artikel gestoßen (Wenn ihr Mitte, Ende Zwanzig seid, hier unbedingt lesen) und ich habe mich auch mit Mitte Zwanzig und als Nicht- Single in dem Artikel von Annelie total wiedergefunden. Dieser Beitrag heute ist sehr persönlich. Und vielleicht auch doch nicht, denn wenn ich die liebe Annelie so betrachte, dann bin ich nicht allein mit meinen Gefühlen. Eines vorweg, mein „About me“ Text ist schon lange nicht mehr aktuell. Warum ich ihn nicht geändert habe? Das ist wohl der selbe Grund, warum andere Leute so lange ein Selfie machen, bis sie wieder einmal ein perfektes Instagram Foto für die Welt haben. Ich habe meinen Job gekündigt. Und das schon vor mehr als drei Monaten. Gründe kann ich euch viele nennen. Hauptsächlich aber, dass ich das Gefühl hatte in einem Fahrstuhl festzustecken, der noch nicht einmal in die 1. Etage gefahren ist, obwohl ich doch in de 5. wollte. Eben ganz weit hinaus! Ich wollte mich immer selbstständig machen. Nein, nicht mit diesem Blog. Wobei das anscheinend bei einigen Bloggern auch schon ganz gut geklappt hat. Aber unter 100000 Bloggern, trifft das auf nicht mal 0,1% zu. Nein, ich habe schon während der Uni eine Geschäftsidee gehabt, die ich unbedingt verwirklichen wollte. Wie ihr euch sicher denken könnt, hat es mit gesunder Ernährung zu tun. Aber direkt nach dem Studium selbstständig machen? Und ich habe doch auch etwas ganz anderes studiert. Ach, irgendwie stand das von Anfang an unter einem schlechten Stern. Immer wenn es voran ging, wurde mir wieder ein riesengroßer Stein in den Weg gelegt. Und beim ständigen Klettern wird man auch irgendwann müde. Wie auch immer. Meine Kündigung hat in mir eine große Euphorie hervorgerufen. Ich hatte einen wahnsinnigen Energieschub. Meine Arbeitswoche (ohne festen job) war bis oben hin vollgepackt. Und zwischen Geschäftspartner und Investorensuche, neuen Bewerbungen, meinen Blogbeiträgen, dem regelmäßigen Sportprogramm, Kochen, Fotografieren und meinen Freunden, kamen natürlich noch die üblichen Tücken des Alltags, die einem auch unsagbar viel Zeit rauben. Und da ist ja dann noch die Familie und mein Freund und.. Naja ihr kennt das ja sicher. Und irgendwann verstrich immer mehr Zeit und obwohl ich soviel getan hatte, hat sich eigentlich nichts getan. Ich hatte einfach irgendwie den Fokus verloren.

Manchmal wollen wir soviel, weil wir eigentlich nicht wissen was wir wollen.

Und das war oder ist einfach mein Problem. Mama sagt: “ Ich mach mir Sorgen mein Kind, such‘ dir erstmal was Sicheres. War das denn wirklich eine gute Idee zu kündigen?“ und obwohl ich weiß, das ich das gar nicht möchte, habe ich also auf Mama gehört, habe ein paar Bewerbungen geschrieben und mich daraufhin auch ziemlich oft in vielerlei lange und lehrreiche Vorstellungsgespräche begeben, in denen ich den Personaler erzählen musste, was ich mal erreichen möchte, wo ich hin will und warum das Unternehmen so gut zu mir passt. Warum tut man eigentlich Dinge, die man überhaupt nicht möchte, nur weil sie von Anderen erwartet werden? Kennt ihr das auch? Ich würde mich eigentlich nicht so einschätzen, dass ich mich stets der Massenmeinung angeschlossen habe. Eigentlich, dachte ich, bin ich eigentlich einer dieser Fische, die gegen den Strom schwimmen. Eigentlich.

Und Uneigentlich? Uneigentich habe ich in den letzten Monaten nichts von alledem was ich mir vorgenommen habe, erfolgreich vorangetrieben. Das muss man einfach mal ehrlich zugeben. Wie lange nimmt man sich manchmal vor irgendetwas durchzuziehen. Oder auch ganz simple Dinge: Ich muss Oma mal wieder anrufen. (Das habe ich in der Zwischenzeit übrigens getan) Wenn der Gedanke kommt: MACHEN! Oder viel besser vielleicht: Wenn ihr den Wunsch habt: MACHEN! Vielleicht kennt ihr das auch, man trifft sich mit ein paar Freundinnen von früher. Die, mit denen man eigentlich immer wieder über alte Zeiten redet und mit denen man die Zeit nicht verstreichen sieht, weil es einfach genauso so ist, wie es früher war. Früher, als alles noch so einfach war. Da wo jeder das Nokia 3330 hatte und jede Sms 19 cent gekostet hat. Bis eben die Karte alle war… Tja und dann sagt man sich: „Lass uns nicht wieder so viel Zeit verstreichen lassen, bis wir uns wieder sehen. „

„JA, Wir müssen das ganz bald wieder machen“ Ich für meinen Teil meine es auch ernst, wenn ich das sage. Und dann, eh man sich versieht, ist wieder ein Dreiviertel Jahr verstrichen. Wenn nicht mehr. Und dabei wohnen wir doch im selben Bundesland. Wenn nicht in der selben Stadt. Ich denke so oft: „ach du hast deine Freundin Anne schon lange nicht mehr gesehen. “ Oder, ich wollte doch endlich mal das Fotoalbum vom letzten Urlaub machen.“ Warum machen wir es dann nicht einfach? Tja, so werden wohl viele von euch sagen, “ So einfach ist es nun mal nicht immer.“  Ich muss dies, und dann muss ich das und eigentlich müsste ich auch endlich mal wieder.. NEIN! Eben nicht. Du musst nicht. Klar man rennt nicht egoistisch durch die Gegend und verfolgt nur die eigenen Ziele. Davon rede ich nicht. Aber manchmal müssen wir einfach mal mehr in uns hineinhören. Ist das wirklich wichtig, was ich jetzt machen möchte? Und wenn ja, für wen ist es wichtig? Für mich, für meine Freunde oder einfach nur fürs gute Gewissen? Der Tag hat eben nur 24 Stunden und durchschnittlich 8 davon verbringen wir auch noch damit einfach nur zu verarbeiten was wir die letzten 16 Stunden getan haben.

Ich drücke heute wieder den Resetting Button und lege los. Was mir dabei hilft? Hier mal die Maßnahmen die mir dabei helfen sollen wieder den richtigen Weg zu finden. Vielleicht habt ihr ja auch solche TO Do Listen an Aufgaben, Zielen und Wünschen, die ihr immer mal abhaken wolltet, es aber nie ganz geschafft habt. Und das nicht weil ihr nur zu faul wart, sondern weil einfach nicht genug Zeit war!

START NOW:

1. Ziele, Wichtigkeiten und Dringlichkeiten:

 Erstelle eine Liste mit allen Dingen, die du tun und erreichen möchtest. Dazu gehören kurzfristige TO Dos, lang vor dir hergeschobene Dringlichkeitem, Träume, Ziele, Ideen … ALLES.

 2. Einkürzen & Priorisieren:

Kurz-, Mittel, Langfristig. Wichtig/ Unwichtig. Versuche Dich darauf zu konzentrieren was Du wirklich möchtest. Warum möchtest Du das tun/ erreichen? Was ist der kürzeste Weg dahin? Wenn es einen Weg gibt. Dann geh ihn. Mit Umwegen ja. Aber Du musst ihn erstmal betreten. Alles was nun auf der Liste steht was DU eigentlich nicht möchtest, was für jetzt hier, heute und deine Ziele unwichtig ist. STREICHEN. Wenn es Dir wichtig ist, es aber für die Erreichung Deiner Ziele gerade nicht relevant ist, dann schreib es auf die langfristige Wunschliste. Ich wollte unbedingt mein Chinesisch wieder aufbessern. Realistsch betrachtet ist dafür aber überhaupt gar kein Platz. Und super wichtig ist es für hier, jetzt und übermorgen auch nicht. Also: Langfristige Liste.

3. Kleine Ziele setzen:

Forschungen haben ergeben,  dass Leute, die sich regelmäßig kleine,  erreichbare Ziele setzen, mit höherer Wahrscheinlichkeit auch die großen und schwierigeren Ziele konsequent durchsetzen. Ihr wollt fit werden? Anstatt von 0 auf 100 euch zum Ziel zu setzen täglich 6 x die Woche im Fitnessstudio zu schwitzen, nehmt euch doch vor 4 Wochen lang 2x die Woche zu gehen und vermeidet stattdessen konsequent alle Fahrstühle und Rolltreppen. Wenn man erstmal ein paar Ziele erreicht hat motiviert es nicht nur, es ist am Ende sogar effizienter. Wenn ihr in einem Monat 4 Wochenlang 2x zum Sport geht macht das 8x Workouts em Ende des Monats und viele weitere verbrannte Kalorien für das konsequente Treppenlaufen. Szenario2 : Nachdem ihr die ersten Tage konsequent hart trainiert habt, seit ihr nicht nur so k.o dass ihr euch nicht motivieren könnt, die weiteren Wochen so weiter zu machen. Auch vermeidet ihr jede Treppe und jeden extra Gang weil euer erschöpftes Gehirn euch sagt: Ach du hast schon so viel Sport gemacht diese Woche, da muss ich nicht auch noch Treppenlaufen. Am Ende des Monats habt ihr es dann vielleicht auf 4 Trainingseinheiten gebracht. Noch dazu seit ihr unglücklich, weil ihr eure Ziele wieder nicht konsequent umgesetzt habt.  Nicht sehr motivierend, oder?

 4. Die letzten Zeitfresser eliminieren:

Gut, Du hast Dir jetzt Ziele gesetzt und deinen Kopf von allen Aufgabenlisten befreit, weil du sie aufgeschrieben und priorisiert hast. Nun gilt es die alltäglichen Zeitfresser zu eliminieren und aus Effizienz, Effektivität zu machen:

Frage Dich am besten mehrmals am Tag, ob das, was Du gerade tust, wichtig ist und Dich Deinen Zielen näher bringt oder ob es eine Beschäftigung ist, die Du unterlassen könntest.
Klebe ein Post it an Deinen Computer, auf dem steht, „Erfinde ich gerade Dinge, um mich von einer wichtigen Tätigkeit abzulenken? Wäre ich mit meinem Tag zufrieden, wenn dies das Einzige wäre, was ich heute erledige?“

6. Relax:

Entspannung, ausreichend Schlaf und ein klarer Kopf gehören zu den Wichtigsten Punkten aus dieser Liste. Hier rede ich von aktiver Entspannung und gesundem Schlaf. 6-8 Stunden sind gesund. Weniger, aber auch nicht viel mehr sind für einen vitalen Körper nötig, um dauerhaft leistungsfähig zu sein. Aktive Entspannung bedeutet für mich bewusstes Entspannen. Ich spreche hier nicht von 4 Stunden Dauerbeschallung vor dem Fernseher, wenn ihr von der Arbeit kommt. Ich habe seit kurzem verschiedene Meditationsmöglichkeiten ausprobiert und muss sagen, dass es mir super viel gibt. Ich entspanne nicht nur meinen Kopf und meinen Körper, ich fühle mich danach klarer und fokussierter. Ich kann wieder frei durchatmen und spüre wie mehr Energie in meinen einzelnen Glieder zurückfließt. Hier gibt es viele verschiedene Möglichkeiten. Die Isha Kriya Meditation wurde mir vor einigen Wochen bei Empower3 gezeigt.  Mittlerweile habe ich aber noch viele verschiedene Entspannungs- und Mediationsmethoden gelernt. Wenn ihr mal Lust habt, gibt es hier die geführte Ishakriya Meditation für euch. Aber auch hier: die Disziplin liegt in der Regelmäßigkeit. Ob nun Meditation 1 oder 2 mal am Tag,- Oder ob ihr euch nach der Arbeit kurz noch auf eine Yoga Matte auf dem Boden legt, die Augen schließt und bewusst 5 Minuten tief durchatmet: Wenn ihr das täglich macht, ist das besser als jeder starke Espresso, um euch wieder auf den richtigen Weg zu bekommen:

So Freunde, wenn ihr es bis hierhin geschafft habt, und tatsächlich alle 1650 Wörter gelesen habt, dann ist es jetzt nur noch ein kleiner Schritt, um aus der Endzwanziger Krise zu kommen:

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Kategorie: Alle, Vital Leben

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Gründerin und Autorin von Healthy Soulfood, lebt mit ihrem Kater Leo und ihrem Freund in einer kleinen Wohnung in Berlin. Seit 2013 kocht, backt, fotografiert und philosophiert Lisa über Essen das Körper und Seele gut tut und alles was Sie rundum Fitness und Lifestyle noch so bewegt.

4 Kommentare

  1. „Warum tut man eigentlich Dinge, die man überhaupt nicht möchte, nur weil sie von Anderen erwartet werden?“..

    Ich würden sagen, weil entgegen dem ganzen „Anti-Fischstrom-dingens“ (aus Überzeugung), manchmal ein paar konformistische Abstecher -oder bleiben wir bei deinem Vergleich, Aufstiege – nicht unbedingt schlecht sind. Dann geht’s halt erstmal kurz den Mainstreamhügel hoch. Was bleibt ist ja deine Überzeugung. Prinzipiell gebe ich nicht viel auf Status und Anerkennung, doch ab und zu finde ich das gar nicht mal so falsch.
    Oder um mit der psychologischen Rundumkeule zu kommen: Soziales & Anerkennung sind eine Etappe hin zum maslow’ischen Gipfel. Dann müssen wir halt an den beiden (manchmal ungewollt) vorbei. Letztendlich offenbart sich die Selbstverwirklichung auf der Spitze des Berges.

    Und. Weil’s so schön retro ist noch ein Zitat zum Schluss:
    „Erfolg ist eine Treppe, keine Tür.“ – Dottie Walters
    ….passt ja wieder zu deinem Vergleich.

    Beste Grüße
    Sören

  2. Hach ja Maslow, Danke für den Rückblick in mein Studium Sören. Ich sehe die Pyramide aber weniger als Treppe in der man alle einzelnen Bedürfnisse abarbeitet. Auf dem Weg zur Selbstverwirklichung streift man wohl immer wieder mal alle Etappen. Und auch wenn man an der Spitze angelangt sein mag, so muss das nicht bedeuten, dass alle Bereiche „ausgefüllt“ sind. Ich glaube die Balance ist nicht, dass alle Bereiche zum selben Zeitpunkt (Famillie, Geld, etc.) gleichermaßen zufriedenstellend erfüllt sind, sondern aufs ganze Leben verteilt. Es gibt eben Zeiten in denen viel Zeit für Karriere, für sich selbst oder eben die Familie draufgeht. Entscheidend ist doch (zumindest für mich), sich in den einzelnen Lebensabschnitten auf das, was einem gerade am wichtigsten ist, zu fokussieren und dabei zu akzeptieren, dass man eben nicht alle Wege gleichzeitig gehen kann. Unsere neue Volkskrankheit Burn-Out ist doch eigentlich nur entstanden, weil wir selbst und auch die Gesellschaft die Anforderungen an uns viel zu hoch schrauben. Man kann sich nicht 30 Jahre lang gleichermaßen um sich selbst, um seine Karriere, seine Familie, sein Liebesleben, um Selbstverwirklichung und seine Gesundheit und was auch immer noch kümmern. Leider versuchen wir das alle. Und wir sehen ja was passiert. Also wenn ich mal dein Zitat noch mal aufgreifen darf: Gehen wir doch jede Stufe einzeln. In diesem Sinne eine erfolgreiche Woche Dir! 🙂

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